Auszeichnung mit Guetesiegel

Gütesiegel Berufsorientierung Hessen
Echo online am 28.09.2011 (mmi) berichtet.
Fließend von der Schule in den Job: Drei Institute im Kreis qualifizieren sich für das „Gütesiegel Berufsorientierung“.
Der Übergang
vom wohlbehüteten, geregelten Schulalltag in den Beruf ist nicht so einfach.
Neue Anforderungen und ein anderer Tagesablauf sind für manch einen frischen
Schulabgänger wie ein Sprung ins kalte Wasser. Damit dieser Übergang die jungen
Leute nicht ganz so hart trifft, haben etliche Haupt-, Real- und Förderschulen in
Hessen bereits vor Jahren Berufsvorbereitungskurse in den Lehrplan integriert.
Um diese besonderen Bemühungen zu belohnen, zeichnete das Kultusministerium 90
hessische Bildungsstätten mit dem brandneuen „Gütesiegel Berufsorientierung“
aus – 19 davon in Südhessen, darunter drei aus dem Odenwaldkreis. Seit Kurzem
dürfen sich die Michelstädter Theodor-Litt-Schule (TLS), die Oberzentschule in
Beerfelden und die Carl-Weyprecht-Schule in Bad König mit dem Zertifikat
schmücken.
„Der
Unterricht ist nicht mehr nur auf Arbeitslehre ausgerichtet – heute holt man
den Beruf direkt in den Unterricht hinein. Das zeichnet auch diese drei Schulen
aus“, sagte Diether Thie, Schulamtsdirektor für den Kreis Bergstraße und den
Odenwaldkreis, auf einer Pressekonferenz in der TLS, zu der Schulleiter Dieter
Weis Vertreter der Bildungseinrichtungen, des Schulamtes und der Wirtschaft
eingeladen hatte.
Kern der schulischen Berufsförderung ist es, mit regionalen Betrieben zu
kooperieren, um den Schülern Schnuppertage und Praktika zu ermöglichen. „Wenn
man heute einen jungen Menschen fragt, was er werden will, weiß er oft gar
nicht, in welche Richtung es mal gehen soll“, begründete Ingrid Schenkel,
Stufenleiterin der Oberzentschule, die Notwendigkeit solcher Angebote.
Dabei bleibt
es längst nicht mehr nur bei einem einzigen Betriebspraktikum, sondern die
Schüler können sich über mehrere Jahre hinweg ein Bild von verschiedenen
Branchen machen. „Übergangsmanagement“ nennt sich dieses Konzept, das nach
Auskunft von Konrektorin Tamara Prostmeyer bereits seit Jahren erfolgreich an
der TLS Anwendung findet.
Auch persönliche Gespräche mit Experten aus der Praxis und Bildungsmessen, etwa
in Zusammenarbeit mit der Industrievereinigung Odenwaldkreis, sollen die
Chancen der Jugendlichen auf einen erfolgreichen Berufsstart erhöhen. Viele
Schüler hätten auf diese Weise in den letzten Jahren einen Ausbildungsplatz
gefunden, berichteten die Vertreter der Schulen einhellig.
Dass von den
praxisnahen Odenwälder Schulprojekten über kurz oder lang auch die Wirtschaft
profitiert, davon zeigte sich Reinhold Stämmler von der Vereinigung hessischer
Unternehmerverbände überzeugt. „Wir haben einerseits den Fachkräftemangel, und
auf der anderen Seite gibt es Schüler, die keinen Ausbildungsplatz finden –
diese Lücke müssen wir schließen. Wir können es uns einfach nicht leisten,
Schüler zurückzulassen.“
Auch angesichts des demografischen Wandels sei es wichtig, Fachkräfte in der
Region zu halten, denn viele junge, gut ausgebildete Leute zieht es bekanntlich
in die Ballungsräume. „Darum ist es zentral, ihnen zu zeigen, was für
Möglichkeiten es vor Ort gibt“, führte Stämmler aus.
Drei Jahre ist das Gütesiegel gültig – dann wird erneut ein „Audit-Team“ aus Lehrern, Eltern und Vertretern der Wirtschaft zusammenkommen, um die Schulen auf ihre Berufsbildungsangebote und ihre Fortschritte hin zu überprüfen. Bis dahin, so hoffen jedenfalls alle Projektbeteiligten, werden noch einige Schüler erfolgreich den Sprung ins Berufsleben geschafft haben.