BVH Aber was ist das?

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BVH - Berufsvorbereitung und Hauptschule...

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...ein gemeinsames Projekt von:  



Was ist das BVH?

Im BVH bekommen Jugendliche die Möglichkeit, im Rahmen ihres 9. und 10. Schulbesuchsjahres in einer kleinen Lerngruppe mit sozialpädagogischer Begleitung den Hauptschulabschluss zu erwerben und sich auf eine Ausbildung, eine weiterführende Maßnahme oder eine Arbeitsstelle vorzubereiten. Dabei arbeiten das Berufliche Schulzentrum Odenwaldkreis, die Theodor-Litt-Schule und die Jugendwerkstätten Odenwald e.V. eng zusammen.

Begleitet werden die Jugendlichen von drei Lehrkräften, einer/m Fachlehrer/in und einer/m Sozialpädagogin/en. Enge Absprachen in diesem Team ermöglichen eine flexible Organisation und schnelles Reagieren auf konkrete Situationen. Neben der gezielten Vorbereitung auf die landesweit einheitlichen Hauptschulabschlussprüfungen und der forcierten Berufsorientierung stellen die Stärkung des Selbstvertrauens sowie die Förderung des Gruppenbildungsprozesses die wesentlichen Aspekte der Arbeit dar. Ergänzt wird dies durch erlebnispädagogische Aktivitäten.

Um den Prozess der Berufsorientierung zu unterstützen, absolvieren alle SchülerInnen in den zwei Jahren vier dreiwöchige Ganztags-Praktika. Dieses intensive Kennenlernen eines Berufes ist gerade auch deshalb wichtig, damit die Jugendlichen lernen, sich und ihre Situation realistischer zu betrachten.

Foto: Ein BVH-Schüler absolviert ein Praktikum in einer Küche. Er trägt weiße Kleidung und eine Kochmütze. Foto: Zwei BVH-Schüler absolvieren ein Praktikum in einer Werkstatt. Foto: Eine BVH-Schülerin absolviert ein Praktikum in einer Backstube. Sie trägt eine weiße Schürze. Auf den Regalen hinter ihr liegen viele Brote.

Des Weiteren unterstützen Standortgespräche auch mit den Eltern die Jugendlichen bei der Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt.

 

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Was ist die Idee dahinter?

Aus der Erfahrung heraus, dass der Misserfolg vieler Jugendlicher in unserem Schulsystem bereits lange Zeit vor dem Ende der Schulpflicht erkennbar ist, entstand die Idee ein zweijähriges Berufsvorbereitungsjahr für das neunte und zehnte Schulbesuchsjahr zu gestalten. Manche Jugendliche kommen in einer Regelklasse der Hauptschule aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zurecht und haben deshalb wenig Aussicht auf den Hauptschulabschluss. Im BVH bekommen sie in einer Gruppe von maximal 15 SchülerInnen die Möglichkeit, sich in zwei Jahren auf den Abschluss vorzubereiten und sich beruflich zu orientieren. Dabei werden sie von einem Team aus vier Lehrkräften und einem Sozialpädagogen ganztags betreut und unterrichtet. Den Praxisbezug stellen neben dem fachpraktischen Unterricht in Holztechnik, Backen und Kochen vier Praktika sicher, die oft der vielversprechendste Weg in ein Ausbildungsverhältnis darstellen. Deshalb sind sie wesentlicher Bestandteil des Projekts und werden sehr sorgfältig vorbereitet und begleitet.

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Was ist so Besonderes dabei?

Eine große Herausforderung in diesen Lerngruppen stellt die enorme Heterogenität dar. Wir legen sehr viel Wert auf individuelle Förderung jedes einzelnen. Es ist sicherlich nicht möglich, im Gleichschritt einheitlich voranzugehen, wenn eine Schülerin auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse die Frage gar nicht richtig versteht, während ein anderer Schüler zwar ohne großen Aufwand den mittleren Abschluss schaffen könnte, er aber in seinem sozialen Umfeld statt Unterstützung nur Steine in den Weg gelegt bekommt. Ein dritter ist zwar sehr bemüht, aber für viele Dinge braucht er einfach länger, um sie sicher zu verstehen.

Foto: Drei BVH-Schüler in einem Hochseilgarten. Sie haben Helme auf und halten ein Sicherungsseil. Foto: Ein BVH-Schüler sitzt auf einem Pfahl in einem Hochseilgarten.

Das Projekt lebt von der Beziehung zwischen LehrerInnen und SchülerInnen. Ziel ist, jeden anzunehmen, wie er oder sie ist. Wir sehen möglichst nicht zuerst auf die Fehler und Schwachstellen. Jeder hat Stärken und die wollen wir kennen lernen. Als Team möchten wir Gastgeber sein und nicht reine Wissensvermittler. Für die Jugendlichen soll Schule nicht nur ein Ort des Lernens sein (der angeblich oft mit dem "wirklichen" Leben nichts zu tun hat), sondern hier soll sich auch Leben selbst abspielen. Gut dafür geeignet sind gemeinsame Aktivitäten, die neben Mathematik, Deutsch, Englisch und weiteren Fächern einen festen Platz im BVH-Leben haben. Das fängt an mit der Möglichkeit, Tischtennis, Kicker oder Billard zu spielen. Es geht weiter mit zahlreichen Begegnungen außerhalb der Schule. Im Oktober 2004 erhielten vier SchülerInnen die Möglichkeit an einem Jugendaustausch im Rahmen von "Spinach for Popeye" in Holland teilzunehmen. Sie machten dabei sehr wertvolle Erfahrungen. Im Juni 2005 besuchte eine Klasse Michelstadts Partnerstadt Hulst in den Niederlanden. Vom 10. bis zum 15. Juni 2007 reiste die Klasse BVH9 in die französische Partnerstadt Rumilly. Auch gemeinsame Projekte wie Produktion und Verkauf beim Weihnachtsmarkt genauso wie Dienstleistungen im Catering-Bereich und mit unserer Kletterwand tragen zum guten Klima bei. Am Schuljahresbeginn steht ein Klassenteam-Training mit vielen Aufgaben, die die ganze Gruppe lösen muss.

Foto: Weihnachtsbasar der Theodor-Litt-Schule beim Michelstädter Weihnachtsmarkt.

Eine wichtige Rolle bei allen Begegnungen ist die Vorbildfunktion der Betreuer. Wie sollen wir SchülerInnen teamfähig machen, wenn wir selbst es nicht sind? Wie sollen Jugendliche sich in der Schule wohlfühlen, wenn die LehrerInnen nicht gern dort sind?

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Und klappt das überhaupt?

Nach nunmehr über zehn Jahren und mehr als 150 Abgängern lässt sich festhalten, dass über zwei Drittel der Jugendlichen den Abschluss erreicht. Die landeseinheitlichen Abschlussprüfungen bieten dabei die Gewähr, dass die Abschlüsse gleichwertig mit denen der Hauptschulen in Hessen sind. Von diesen SchülerInnen wiederum erhalten ungefähr die Hälfte eine Ausbildungsstelle. Ziel des Projektes ist es, niemanden perspektivlos zu entlassen. So werden viele von denen, die keinen Abschluss oder keine Ausbildungsstelle bekommen, in Maßnahmen der Agentur für Arbeit vermittelt. So manch einer oder eine hat diese weitere Chance gebraucht und genutzt. Und auch nach der zweijährigen Schulzeit im BVH suchen viele Ehemalige noch einmal Rat und Hilfe und bekommen diese natürlich auch.

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Gibt es das woanders auch?

Die Konzeption des BVH-Projektes war Vorlage für die aktuelle, landesweite Einführung der SchuB-Klassen (Schule und Betrieb). Im Unterschied zum BVH (9. und 10. Klasse) umfassen die SchuB-Klassen als Teil der Hauptschule die achte und neunte Klasse. Die Zusammenarbeit mit beruflichen Schulen ist dabei nicht integraler Bestandteil, so dass dieser doch sehr wichtige Bezug zur Berufswelt wegfällt. Deshalb gibt es das Projekt BVH in dieser Form nur in Michelstadt und in ganz ähnlicher Form in Lampertheim.

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Fazit?

Die zugestandenen Gestaltungsspielräume gepaart mit Verantwortungsbereitschaft lassen ein selbststeuerndes Team entstehen, das die Arbeit mit diesen oft nicht einfach zu nehmenden Jugendlichen gerne und mit viel Herzblut anpackt. Gespräche mit Ehemaligen lassen erkennen, dass Vieles erst im Nachhinein so richtig von ihnen gewürdigt wird (wie so oft). Diese Erkenntnis ist aber Zeugnis einer gereiften Persönlichkeit, zu der das BVH einen kleinen Beitrag leisten konnte.

Das Team

  • 5 Lehrkräfte
    • 3 HauptschullehrerInnen
    • 1 Berufsschullehrer
    • 1 Fachlehrer für Holztechnik
  • 1 Sozialpädagoge


von links nach rechts: Dieter Werk, Gabriele Kleer, Wolfgang Häder, Sönke Bewersdorff, Kerstin Ihrig, Klaus Ripper

Kontakt

Berufsvorbereitung und Hauptschule BVH
Landrat-Neff-Str. 7-9
64720 Michelstadt

Telefon: 06061 / 9419 - 29    Fax: - 49

E-Mail: bvh@tls-michelstadt.de

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...gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds

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